Kommunale Wärmeplanung und Quartiersentwicklung

Seit Jahren entwickeln Gemeinden erfolgreiche Quartierskonzepte zur integrierten kommunalen Wärmeplanung. Mit dem Energiewende- und Klimaschutzgesetz (EWKG) des Landes Schleswig-Holstein werden rund 70 Gemeinden (Ober- und Mittelzentren, Unterzentren mit Teilfunktion von Mittelzentren sowie Unterzentren und Stadtrandkerne 1. Ordnung) verpflichtet, in den Prozess der kommunalen Wärmeplanung einzusteigen. Dabei repräsentieren diese Gemeinden etwa 60 % der Bevölkerung Schleswig-Holsteins. Gemeinden, die von der Pflicht nicht betroffen sind, können den Prozess ebenfalls starten. Eine Landesförderung wird hierzu finanzielle Anreize geben.

Eine kommunale Wärmeplanung stellt einen wesentlichen Baustein für eine erfolgreiche Wärmewende dar. Aber auch die energetische Quartiersentwicklung bietet - ggf. in Kombination mit der kommunalen Wärmeplanung - für Gemeinden zahlreiche Chancen. Zudem werden energetische Quartierskonzepte sowie das anschließende Sanierungsmanagement von Bund und Land zu attraktiven Konditionen gefördert.


Kommunale Wärmeplanung

Im Rahmen des Prozesses der kommunalen Wärmeplanung entwickelt Ihre Gemeinde einen individuellen Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung. Hierbei wird die jeweilige Situation vor Ort in der Gemeinde bestmöglich berücksichtigt.

Kälte- und Wärmeplanung strategisch langfristig ein- und umsetzen

Eine Wärme- und Kälteplanung versetzt Gemeinden in die Lage, das Ziel des treibhausgasneutralen Gebäudebestands für Bewohnende, Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Gewerbe, Handel und Industrie insgesamt möglichst kostengünstig und sozialverträglich zu erreichen. Dies erfordert neben einer erheblichen Steigerung der energetischen Gebäudesanierung insbesondere eine Strategie zur Identifikation und Entwicklung von Flächen zur Wärme- und Kälteerzeugung mit Erneuerbaren Energien sowie zur Entwicklung von Wärme- bzw. Kältenetzen. Die kommunale Wärme- und Kälteplanung umfasst dabei – anders die bei der energetischen Quartiersentwicklung – das gesamte Gemeindegebiet.

Einige Vorteile der kommunalen Wärmeplanung:

  • Mit kommunaler Wärmeplanung bringen Gemeinden die Wärmewende strategisch, effizient und koordiniert voran.
  • Die kommunale Wärmeplanung erhöht die Sichtbarkeit einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung „vor Ort“ in den Gemeinden.
  • Die lokale Wertschöpfung wird gefördert: Investitionen in neue Anlagentechnik und Wärmenetze stärken die lokale Wirtschaft. Die Nutzung von lokalen Energieträgern sorgt für einen Rückfluss von Energieausgaben in den lokalen Wirtschaftskreislauf.
  • Stabile Wärmepreise und Autarkie: Erneuerbare Energien sind preisstabil und somit langfristig kalkulierbar.
  • Integrierte Stadt- und Ortsentwicklung: Die kommunale Wärmeplanung hat verschiedene Schnittstellen zu weiteren kommunalen Planungsprozessen und kann diese im Sinne ihrer Ziele optimieren.
  • Transparenz und Akzeptanz: Durch eine Beteiligung der Öffentlichkeit und relevanter Akteursgruppen schafft die kommunale Wärmeplanung Transparenz und damit die notwendige öffentliche Akzeptanz.
  • Optimierung von Infrastrukturmaßnahmen: Durch ein verbindliches Monitoring besteht die Möglichkeit, zukünftige Maßnahmen ökonomisch und ökologisch zu optimieren.

Kommunale Quartiersentwicklung

Effizienzerhöhung und Synergieeffekte durch den Quartiersansatz

Die Betrachtung ganzer Gebäudekomplexe oder Dorf- beziehungsweise Stadtteile ist in der Regel effizienter als die Einzelbetrachtung, denn so können Synergien bei der Umsetzung von Energiemaßnahmen gehoben werden. Integrierte Quartierskonzepte zeigen unter Beachtung zahlreicher auch nicht direkt energierelevanter Aspekte die technischen und wirtschaftlichen Energieeinspar­potenziale, Optionen zum Einsatz erneuerbarer Energien in der Quartiersversorgung sowie Möglichkeiten für die Anpassung an den Klimawandel auf. Die Konzepte, welche unter Einbindung relevanter Akteure sowie der Öffentlichkeit erstellt werden, bilden eine zentrale Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für eine quartiersbezogene Investitionsplanung, die sich an der Gesamteffizienz energetischer Maßnahmen ausrichtet. Für die Umsetzung der Maßnahmen kann ein sogenannter Sanierungsmanager eingebunden werden.

Was können Quartierskonzepte inhaltlich abdecken und wo liegen die Vorteile?

  • Empfehlungen zur energetischen Sanierung des Quartiers unter Berücksichtigung demographischer Perspektiven,
  • Maßnahmen mit Blick auf eine klimafreundliche und effiziente Wärmeversorgung des Quartiers,
  • Barriereabbau im Gebäudebestand und der Erarbeitung neuer Nutzungskonzepte für Bestandsgebäude,
  • Fragen der Gestaltung einer nachhaltigen, klimafreundlichen Mobilität und einer grünen Infrastruktur im Quartier,
  • Einsatz digitaler Technologien und
  • Förder- und Finanzierungsaspekte für die Maßnahmenumsetzung.

Die Erstellung von Quartierskonzepten und die entsprechende Umsetzungsbegleitung von Maßnahmen, das sog. Sanierungsmanagement, fördern Bund und das Land Schleswig-Holstein zu 90 % (75 % Bund, 15 % Land), bei finanzschwachen Kommunen sogar zu 95 % (75 % Bund, 20 % Land). Für die im Konzept und im Zuge des Sanierungsmanagements identifizierten Maßnahmen stehen verschiedene investive Fördermittelansätze zur Verfügung, die Umsetzungsanreize bieten. Die IB.SH Energieagentur unterstützt hier im Rahmen von EKI kostenfrei.

Beratung durch die IB.SH Energieagentur

Im Rahmen von EKI informiert die IB.SH Energieagentur Kommunen kostenfrei umfassend zum Thema Wärme-wende und Quartiersentwicklung sowie über die vielfältige nicht-investive und investive Förderkulisse. Zudem ist die Energieagentur gerne auch bei der Antragstellung behilflich.

Haben Sie Fragen oder ein konkretes Anliegen, welches wir gemeinsam mit Ihnen besprechen und planen können? Dann nehmen Sie unverbindlich Kontakt mit uns auf!

Förderprodukte

Darüber hinaus können weitergehende Förderansätze der IB.SH im Bereich Wohnquartiersentwicklung und Städtebauförderung wie bspw. das Sonderprogramm „Neue Perspektive Wohnen“ betrachtet werden.